Diagnosen bei Fußfehlstellungen

Diagnosen:

Hallux Valgus=

Der Hallux Valgus ist die häufigste Fehlstellung des Vorfußes. Beschwerden sind in vielen Fällen nicht vom Grad der Fehlstellung abhängig und in viele fällen ist im Anfangsstadium beschwerdefrei. So ist der Hallux Valgus gerade für Frauen in vielen Fällen zunächst ein rein kosmetisches Problem. Das erste Problem entsteht in der Regel durch die Schwellung am Fußinnenrand. Viele Patienten weichen auf größere Schuhe aus, um dem Überbein mehr Raum zu geben und die Reibung im Schuh zu vermindern. Bereits kleine Hallux valgus Abweichungen können bei manchem Patienten sehr schmerzhaft sein.

Hallux Rigidus=

Ein Hallux rigidus ist nach dem Hallux valgus die zweithäufigste Störung der Großzehe. Er entsteht meistens dadurch, dass das Gelenk durch vermehrte Belastung verschleißt, z.B. Arthrose. Die Großzehe ist damit bei Belastung sehr schmerzhaft und schränkt das Gangbild und die Schuhauswahl ein. Im erweiterten Stadium der Erkrankung, kann das Großzehengrundgelenk auch vollständig versteifen.

Fersensporn=

Ein Fersensporn ein dornartiger Knochenauswuchs an der Ferse.  Es gibt grundlegend 2 Formen. Die häufigere Form bildet sich vom unteren, vorderen Rand des Fersenbeins. Der seltenere Fersensporn entsteht am Ansatz der Achillessehne.

Oft verursacht ein Fersensporn keine direkten Beschwerden und wird nur zufällig beim Röntgen entdeckt oder wenn die Beschwerden einsetzten entdeckt. Sie kann beim Gehen oder Stehen starke, stechende Schmerzen verursachen.

Plantarfarzie=

Die Plantarfasziitis ist die häufigste Ursache chronischer Fersenschmerzen. Sie kann den Patienten erheblich belasten. Die Plantarfaszie, also jene Sehnenplatte unter dem Fuß, die bei der Plantarfasziitis entzündet ist. Sie verbindet die Fußwurzel- mit den Mittelfußknochen und Zehengrundgelenken. Alles gemeinsam formt das Fußlängsgewölbe.

Beim Abrollen des Fußes wird die Plantarfaszie unter Spannung gesetzt. Die Faszie hat die Aufgabe, das Längsgewölbe zu spannen, Stöße zu absorbieren und passiv das Fußgewölbe zu heben.

Morton Neurom=

Viele Patienten klagen über stechende, im Alltag oft akut auftretende Fußschmerzen. Die Schmerzen treten bei Belastung in Zeh und Vorfuß auf . Oft werden sie von Taubheit oder heftigem Brennen der Zehen begleitet. Diese Schmerzen klingen nach Belastungswechsel häufig wieder schnell ab: Eine Pause mit Ausziehen der Schuhe kann die Vorfußschmerzen auch wieder schnell verschwinden lassen.

Diese Belastungsabhängigkeit ist typisch für das sogenannte Morton Neurom, einer weit verbreiteten Nervenschwellung des Plantarnerven im Vorfuß: Das ist ein plantarer Fuß-Nerv: Er verläuft an der Fußsohle entlang und ist permanent dem Druck des gesamten Körpers und des benachbarten Mittelfußknochens ausgesetzt.

Metersalgie=

Schmerzen, die in den Mittelfußbereich treten, spürt der Patient besonders beim Gehen oder Abrollen unter Belastung. Selten bestehen Ruheschmerzen. Verschiedene Formen der Mittelfußschmerzen unterscheiden sich z.B. darin, dass Schmerzen auch beim Barfuß gehen vorhanden sind oder Schmerzen ausschließlich im Schuh auftreten. Die Phase, in der beim Gehen der Schmerz eintritt, ist je nach Erkrankungsursache verschieden.

Ursachen der Metatarsalgie sind vielfältig. Der untersuchende Fußspezialist unterteilt die Mittelfußschmerzen nach der Ursache der Beschwerden.

Sesamotidis=

Sesamoiditis ist eine häufige Ursache von Metatarsalgie. Die beiden halbmondförmigen Sesambeine unterstützen den Fuß bei der Fortbewegung. Der mediale Knochen ist das tibiale Sesambein, und der laterale Knochen ist das fibulare Sesambein. Ein direktes Trauma oder Lageveränderung dieser Knöchel aufgrund von Veränderungen in der Fußstruktur (z. B. Lateralabweichung durch entsprechende Lageveränderung der Großzehe) kann Schmerzen in den Sesambeinen hervorrufen. Sesamoiditis ist besonders häufig bei Tänzern, Joggern und Menschen, die stark gewölbte Füße haben oder hochhackige Schuhe tragen. Viele Menschen mit entzündeten Fußballen haben eine tibiale Sesamoiditis.

Shin Split=

Das Schienbeinkantensyndrom wird oft als shin splints bezeichnet und ist ein häufiges Überlastungssyndrom des Läufers, auch von Aerobic-Trainern und Tänzern. Bis zu 20% aller Trainings-Ausfälle von Läufern sind auf das Schienbeinkantensyndrom zurückzuführen.

Typisch sind krampfartige Schmerzen an der Innenseite des Schienbeins zu Beginn des Lauftrainings, meist auf Höhe der Schienbeinmitte. Die Schmerzen können aber auch vom Knöchel bis zum Knie ziehen. Die meisten Läufer berichten, dass gerade im Anfangsstadium ihrer Beschwerden die Schmerzen zu Beginn des Laufens auftreten, aber während des Laufes dann verschwinden. Beim nächsten Lauf treten die Schmerzen dann wieder auf.

Achillodynie=

Als Achillodynie bezeichnet man eine schmerzhafte Schädigung der Achillessehne. Die Erkankung ist mit die häufigste Erkarung an den unteren Extremitäten. Meist ist eine lange Fehl- oder Überbelastung der Achillessehne. Die Achillodynie tritt typischerweise im Bereich des hinteren Unterschenkels und der Ferse auf. Zur Achillodynie-Therapie kommen meistens nicht-operative Methoden zum Einsatz. Wird die Schädigung rechtzeitig erkannt und behandelt, kann das Voranschreiten verhindert oder zumindest gebremst werden. Ein Klassiker ist dafür eine Bandage wie auch hier zu finden.

Supinationsläufer=

Es gibt nur wenige Läufer, die das Laufverhalten zeigen. Bei der Supination rollt man eher über die Fußaußenseite ab.

Pronatisonläufer=

Pronation ist das normale Abrollverhalten des Fußes mit leichtem Einknicken nach innen, bei der der äußere Fußrand gehoben und der innere gesenkt wird, ohne Bewegung der Ferse. Die Pronation ist eine natürliche Dämpfungsbewegung. Knickt der Fuß extrem stark ein, spricht man von einer Überpronation, im gegenteiligen Fall von einer Supination.

Beinlängendiffzerenz + Beckenschiefstand=

Entsteht, wenn die Beine eine unterschiedliche Länge haben.

Da das Becken von den Beinen getragen wird, passt es sich diesen an und stellt sich bei unterschiedlicher Beinlänge schief.

Man unterscheidet in angeboren und einer funktionelle Beinlängendifferenz:

Bei der angeborenen Differenz spricht man auch von einer echten Differenz in der Länge der Beinknochen. Orthopäden bezeichnen das als "reelle Beinlängendifferenz".

Die funktionelle entsteht durch mehr Belastung einer Seite oder durch stärkere Muskulatur auf einer Beinseite.

Ursachen des Becken-Schiefstandes

  • Funktionelle Unterschiede der Beine.
  • Kontrakte Muskelabschnitte an einem Bein im Bereich der großen Gelenke (Hüfte, Knie, Sprunggelenk).
  • Trauma mit Zerstörung der Wachstumsfuge.
  • Oberschenkelfrakturen
  • Kniearthrose
  • Beckenringfrakturen
  • Infektion mit Störung der Wachstumsfuge.
  • Störung der Ausrichtung der Wirbelsäule (Skoliose).

Die funktionelle Beinlängendifferenz ist also ein Problem mit gesamtgesellschaftlich zunehmender Tendenz. Durch falsch Belastung, zu viel Sitzende Tätigkeiten wird diese verstärkt.

Auch eine Fehlstellung der Wirbelsäule - z.B. Skoliose - kann einen Beckenschiefstand verursachen. Hier ist etwas unklar, was eigentlich die Ursache und was die Wirkung ist: Durch den Beckenschiefstand kann der Verlauf der Wirbelsäule auch seitlich verschoben werden. Daher wird der Beckenschiefstand gerade bei Jugendlichen in der Wachstumsphase auch konsequent behandelt, um langfristige Auswirkungen auf die Haltung der Wirbelsäule zu vermeiden.

Wenn Beinlängendifferenzen und Beckenschiefstand frühzeitig erkannt wird, kann diese Fehlstellung sehr gut therapiert werden

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